Zukunftskongress – Systemaufstellung 3.0

Systemaufstellung 3.0

Jürgen RippelSilke HillebrandProf. Georg Müller-Christ

Holistische Informations- und Wissensaufstellung

 

Jürgen RippelSilke Hillebrand und Prof. Georg Müller-Christ

Mit Bert Hellinger fing die Ära der Aufstellungsarbeit an. In dieser Zeit – Ende der 70er bis Mitte der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts – reifte diese Form der systemischen (Familien-) Therapie zu einer etablierten Methode heran. Systemaufstellung 1.0 konnte sich im Markt etablieren.

 

Aber am Ende dieses Reifungsprozesses entstand ein neues Verständnis zur Systemaufstellung. Bereits Anfang der 90er war die Zeit reif für eine Veränderung. Die Systemaufstellung 2.0. begann. Es ist die Ära nach Hellinger. Der Fokus der Therapie lag dann nicht mehr schwerpunktmäßig auf dem Konflikt und seinen psychologischen Verstrickungen. Lösungsorientiert und mit einem neuen system-konstruktivistischen Blickwinkel konnten weitere therapeutische Erfolge erzielt werden. Dogmatische Vorgehensweisen wichen neuen kreativen Strukturmodellen. Immer weiter wurde die Systemaufstellung geöffnet und weiterentwickelt. Der Kreis der Anwender wuchs ständig.

 

Neue Betätigungsfelder wie beispielsweise die Organisationaufstellungen sind Indiz für ein erweitertes Einsatzgebiet. Diese Entwicklung führt zwangsläufig auch zu einem neuen Bewusstsein. Aufstellungsarbeit wird nun vermehrt zum Businessthema. Dieser Wandel findet seinen Ausdruck in der Systemaufstellung 3.0.

 

Im Zentrum steht das Sichtbarmachen des systemimmanenten impliziten Wissens. Die Erkenntnisse, die aus dem Aufstellungsprozess resultieren, dienen als ganzheitliche Informationsgrundlage zur nachhaltigen Entscheidungsfindung. Mit Systemaufstellung 3.0 werden die Äußerungen und Prozessschritte beschrieben, die den Prozess vom Ist- zum Lösungsbild beschreiben, die Dynamiken im Prozess einer systemischen Aufstellung. Hierzu zählen auch die Ansätze, die nicht zu einer Harmonisierung des Systems führen. Aus diesen Systemdynamiken heraus lassen sich Plausibilitäten und Kausalitäten erschließen, aus denen in einer analytischen Diskussion mit Beteiligten und Entscheidern im Nachgang einer Aufstellung Handlungsalternativen abgeleitet werden. Systemimplizites Wissen wird durch den Prozess der Aufstellung freigesetzt. Dieses Wissen ist für den zukünftigen Innovationsprozess nicht nur für den Unternehmer, sondern auch für die gesamte Ökonomie von entscheidender Bedeutung. Erkenntnisse aus systemischen Aufstellungen werden in greifbare Handlungsalternativen transferiert. Somit bewegt sich die Methode hin zu einem konkreten Analysetool, das der Entscheidungsfindung für unternehmerische Fragestellungen dient. Systeme denken und agieren nach dem Prinzip der Autopoiesis, das heißt nach den Maximen der Sich-Selbsterhaltung. Der Nachhaltigkeitsaspekt ist implizit im System verankert.

 

In ihrem Vortrag beleuchten Jürgen Rippel, Silke Hillebrand und Herr Professor Dr. Georg Müller-Christ aus den Perspektiven Intuitionsexperte, Business-Coach und aus wirtschaftspsychologischer Betrachtung die Erkenntnisse aus 10 Jahren Praxis und Forschungsarbeiten mit der Methode des Systemischen Stellens. Die These lautet, dass die Zeit reif ist für eine neue Ära effektiven Erkenntnisgewinns mittels Systemaufstellung 3.0. Kurz gesagt: es geht um eine holistische Informations- und Wissensaufstellung.

 

Vortrag auf dem 8. Zukunftskongress in Abano Terme, Italien, 2.-4. August 2013

 

Termin: Samstag, 3. August 2013

 

Referenten:

  • Dipl.-Kfm. Jürgen RippelDozent für Betriebswirtschaft mit den Schwerpunkten Marketing und Marktforschung an der Hochschule Ansbach, Marketingberater.
  • Dipl. Soz. Silke Hillebrand, Coach, tätig in der Organisations- und Personalentwicklung, Lehrbeauftragte der Hochschule Ansbach.
  • Prof. Georg Müller-Christ lehrt im Fachbereich Wirtschaftswissenschaft der Universität Bremen das Fachgebiet Nachhaltiges Management.