Strategie

Strategie

In der Regel hat jeder Mensch ein bestimmtes System, eine Vorgehensweise, mit dessen Hilfe er Handlungen durchführt. Diese Vorgehensweisen bleiben meist unbewusst. Sie beziehen sich darauf, wie z.B. jemand Entscheidungen trifft, sich motiviert, sich verliebt, Essen vorbereitet, Urlaub plant, etc.Menschen entwickeln innerhalb Ihres Lebens viele Strategien und erweitern damit das Repertoire ihrer Verhaltensweisen. Hier existieren wirksame und weniger wirksame Strategien. Für einige Verhaltensweisen gibt es jedoch auch nicht passende oder erst gar nicht existente Strategien.

Jede Strategie ist individuell zu betrachten und unterscheidet sich von der eines anderen Menschen. Es gibt einfache und komplexe Strategien.
Eine Strategie setzt sich aus mehreren Sequenzen zusammen, ähnlich wie ein Satz, der sich aus mehreren Wörtern zusammensetzt und erst dadurch seinen Sinn/seine Bedeutung erhält.

Demnach ist eine Strategie eine Abfolge von Repräsentationen, die dazu führt, dass ein bestimmtes Ergebnis (Verhalten) erreicht/erzielt wird.

Steve und Connirae Andreas vergleichen Strategien mit Telefon-Nummern. Wenn eine bestimmte Person per Telefon erreicht werden soll, ist es erforderlich, eine Abfolge verschiedener Zahlen in einer bestimmten Reihenfolge zu wählen. Wenn nur eine einzige Zahl verändert, die Reihenfolge gewechselt wird oder eine einfach aus gelassen wird, ist das Ziel, diese Person telefonisch zu erreichen,
nicht mehr möglich.

Der Nutzen des Wissens um diese genutzten Strategien liegt darin, dass man die einzelnen Sequenzen auseinander nehmen kann. Anschließend können Sie so zusammen gefügt, ergänzt oder umgebaut werden, dass das Verhalten optimiert wird. Strategien anderer Menschen können als Orientierungshilfe dienen, nicht angemessene Verhaltensweisen (best. Kontext) können korrigiert werden und neue Möglichkeiten können erlernt werden.

Somit ist natürlich Manipulation möglich.
Der Hinweis an dieser Stelle noch einmal: Manipulation findet ständig und überall statt. Die Begründer des NLP meinen, das man nicht nicht manipulieren könne, deshalb solle man es doch möglichst bewusst machen.

II. Darstellung von Strategien

Um Strategien analysieren und darstellen zu können, müssen die einzelnen Elemente der Strategie zeichenmäßig aufgeführt werden.

Bekannt sind bisher folgende Repräsentationssysteme:

V = visuell…………. (sehen)
A = auditiv…………. (hören)
K = kinästhetisch.. (fühlen /Körpergefühle+Emotionen)
O = olfaktorisch….. (riechen)
G = gustatorisch…. (schmecken)

Weiterhin ist aus dem Thema Augenbewegungen bekannt:

Ver und Vk………….. visuell erinnert und visuell konstruiert
Aer und Ak………….. auditiv erinnert und auditiv konstruiert
K+………………………. Gefühl positiv und Gefühl negativ
Ad………………………. auditiv digital (wenn man mental mit sich selbst spricht oder auf innere Stimmen hört)

Bezüglich der Darstellung der Strategien sind jedoch weitere Unterscheidungen erforderlich. Und zwar gilt es klar zu machen, ob die Aktivitäten der Sinne durch Reize externer (e) oder interner (i) Quellen stattfinden.

Ve und Vi……………. visuell extern und visuell intern
Ae und Ai……………. auditiv extern und auditiv intern
Ke und Ki……………. kinästhetisch extern/intern äusserer Reiz, Berührung und inneres Gefühl
Oe und Oi…………… zusammengefasst: Geruchs- und Geschmackserlebnis extern/intern

Dilts hat in seinem Buch „ Strukturen subjektiver Erfahrung“ z.B. folgende Entscheidungstrategie eines Richters dargestellt:

Der Richter spricht mit dem Angeklagten folgendermaßen: “Nun, Mr. X, wenn ich mir diese Akte anschaue, dann sehe ich (visuell extern), dass Sie nicht zum ersten Mal hier im Gerichtssaal stehen. Ich muss mich fragen (auditiv digital), wie lange soll das noch so weiter gehen? Ich fühle mich verantwortlich (kinästhetisch intern), dafür zu sorgen, dass dies nicht wieder passiert.“

Demnach sieht die Entscheidungsstrategie des Richters so aus:

Ve ® Ad ® Ki® EXIT

„Exit“ bedeutet, dass eine Strategie abgeschlossen ist und zur nächsten übergegangen werden kann. Oft ist es jedoch so, dass einige Strategien mehrere Durchläufe benötigen, um zum „Exit“ zu gelangen. (siehe dazu das T.O.T.E. Modell)

® führt zum nächsten Schritt / zur nächsten Sequenz
kongruent = z.B. Wenn ich ins Kino gehen möchte, mir ein Bild davon vorstelle, dann würde eine kongruente Reaktion bedeuten, dass ich Stimmen aus dem Film wahrnehme und den Kinosessel unter meinem Körper fühle.

X Synästhesie / Verschmelzen von Sinneseindrücken

/ Vergleich z.B. des Gesehenen mit einem ähnlichen Bild aus der Erinnerung Ve / Ver

Schleife, viele Strategien durchlaufen mehrere Schleifen, bevor sie zum Exit gelangen. Bei einem positiven Gefühl Wiederholung, bei einem schlechten erfolgt Abbruch.
® Eine polare Reaktion ist inkongruent, bedeutet, sie kehrt den Inhalt der
p vorausgegangenen Sequenz um. Z.B.: Wenn ich ins Kino möchte, das
Erinnerungsbild abrufe und daraufhin werde, weil ich mir sage, dass zunächst die Arbeit zu Ende geführt werden muss.

Eine Metareaktion bedeutet, dass der letzte Schritt hinterfragt wird. Z.B.: Erinnerungsbild, wütend, wenn ich mir sage, dass ich weiterarbeiten muss, hier wäre eine Metareaktion, die Bedeutung des Gefühls zu hinterfragen. Ver ® Ai ® Ki ® Ai
p p m

In einer Strategie sollte die Repräsentationssysteme V A K vertreten sein.

III. Strategien evozieren

Auspacken von Strategien erfolgt anhand von Sprachmustern ( z.B. Verben, Adjektive, Adverben), unter Zuhilfenahme der Augenmuster sowie Fragen (z.B.: was passierte kurz vor dem Geräusch, was findet als erstes statt, etc.)

Evozieren bedeutet: Vergegenwärtigen einer Strategie. Dabei wird zwischen mehreren Möglichkeiten unterschieden:

Tatort – Evokation
Der Klient wird von B körperlich in die Situation gebracht, in der die betreffende Strategie ausgelöst wird.

Evokation durch Simulation
B simuliert z.B. im Rollenspiel einen Teil der Situation, die bei A die Strategie auslöst.

Evokation durch Übertreibung
B lässt A bewusst einen Teil seiner Strategie übertreiben, damit A besseren Zugang zu ihr findet.

Evokation durch Fragen stellen
„Wie machst Du X?“, „Wann hast Du zuletzt geixt?“ „Was geschieht, wenn Du x machst?“ „Wenn ich es nachmachen wollte, wie würde X gehen?“ etc.

Das T.O.T.E Modell

Test – Operate – Test – Exit

Das T.o.t.e. Modell gibt die grundsätzliche Struktur einer Strategie wieder. Diese Prozesschleife ist dem Ziel dienlich, Strategien auf Ihre Effizienz hin überprüfen.
Möglichst wenig Schleifendurchgänge sind dabei das Ziel.

Ausgangspunkt ist ein bestimmter Ist-Zustand, ein bestimmter Zielzustand das Ziel.
Es findet ein Vergleich zwischen Ist und Soll (Ziel) statt.
Solange das Ziel noch nicht erreicht ist, werden Verbesserungen und Veränderungen vorgenommen (operate).
Erneut findet ein Vergleich statt, ist das Ergebnis in Ordnung, ist dieser Prozess beendet. Bei Abweichungen wird solange verändert und verbessert, bis das Soll (Ziel) erreicht ist.

Dieses Modell ist auch gut für das Darlegen von Strategien in Organisationen geeignet.

Start der Strategie (Auslöser)

„ Was geschieht als Erstes?“
„ Wie müßte ich beginnen?“
„ Welchen Prozess durchläufst Du, damit Du weißt, Du bist bereit, X zu tun?“
„ Woran erkennst Du, dass es soweit ist, X zu tun?“
„ Wie weißt Du es noch eher?!

Verlauf der Strategie (Operate)

„Was geschieht gerade?“
„Wie müsste ich es tun?“
„Was siehst Du, hörst Du, fühlst Du? Ist es gleichzeitig? (Synästhesie)
„Was ist der nächste Schritt?“
„Was ereignet sich genau davor?“

Ende (Test, Exit)

Wie weißt Du, dass Du fertig bist?“
„ Wie weißt Du es noch eher?“
„ Woran machst Du fest, dass Du bereit bist, etwas anderem zu wechseln?“